Angst vor Google?

Ich habe gerade an der aktuellen Befragung des Immo Media Research teilgenommen. Immo Media Research veröffentlicht Studien u.a. über das Suchverhalten von Immobilieninteressierten im Internet. Dabei fand ich Frage 44 sehr interessant:

44. Stellen Sie sich bitte vor, Google würde eine spezielle Möglichkeit zur Immobiliensuche anbieten. Würde sich Ihre Nutzung von anderen Suchmöglichkeiten verändern und wenn ja, wie?

Partner dieser Studie sind unter anderem Immobilienscout24 und Planet Home. Ich bin gespannt, was die Studie für Ergebnisse liefert und vor allem wann sie erscheint.

Erstes Immobilienportal hat Google Base entdeckt

Alle paar Wochen schaue ich mal bei Google Base, dem Kleinanzeigendienst von Google, rein um zu sehen, ob sich dort in Richtung Immobilien etwas tut. Und siehe da, heute sind in der Rubrik Immobilien das erste Mal knapp 15.000 Objekte zu finden. Allerdings nicht von einem der großen Portale wie ich eigentlich erwartet hatte, sondern von einem mir bisher unbekannten Portal namens vermietung-online.de. Ich würde ja gerne mal wissen, wieviel Traffic durch diese Maßnahme auf die Seite gelangt. Bisher habe ich noch keine Anzeige davon in den normalen Suchergebnissen gefunden. Auf jeden Fall eine kostenlose Möglichkeit der Objektvermarktung mit einer enormen Reichweite.

Kurze Videos zur Immobilienpräsentation?

Ich frage mich, ob ein kurzes Video (vielleicht 30-60 Sekunden) geeignet ist, eine Immobilie dem Interessenten vernünftig zu präsentieren. Wieso eigentlich immer nur Fotos? Digitale Videokameras sind mittlerweile sehr günstig zu haben. Mit ein bischen Übung bei der sauberen Kameraführung, kann man doch sicher ein netten kleinen Film drehen, der eine Immobilie gut präsentiert. Eine kurze Nachbearbeitung kann dann auch entsprechende Objektdaten einblenden oder weitere gesprochene Informationen einbinden.

Die großen Immobilienportale spielen ja auch schon seit Jahren mit diversen Formaten. 360 Grad Ansichten oder virtuelle Rundgänge wurden schon ausprobiert. Durchgesetzt hat sich das meiner Meinung nach aber noch nicht. Zumindest sieht man kaum Objekte, die diese Features nutzen. Ich meine mal, dass das an den hohen Produktionskosten liegt. Für eine saubere 360 Grad Ansicht wird z.B. ein Spezialobjektiv benötigt. Die Anschaffungskosten sind dort sehr hoch. Es gibt auch Firmen die die Produktion komplett anbieten, aber das lohnt sich auch nur bei sehr hochwertigen Objekten. Videos lassen sich aber sehr günstig produzieren. Zu jeder Kamera wird mittlerweile auch Videobearbeitungssoftware geliefert.

openImmo – Der XML-Standard für Immobilien

Bis vor ein paar Jahren gab es zum Austausch von Immobilien-Objektinformationen noch diverse wilde Schnittstellen. Jedes größere Portal, jeder Softwarehersteller und andere Dienstleister im Immobilienumfeld hatte ein eigenes Datenübertragungsformat. Man erinnere sich z.B. an CSV-Formate mit über 100 Feldern bei Immoscout, oder protokollbasierte Schnittstellen wie PzP beim ehemaligen Portal vom RDM (heute Immonet). Softwarehersteller mit eigenem Portal hatten natürlich auch eigene Formate.

Auch wenn es schon 2001 erste Aktivitäten in Richtung eines offenen XML-Standards zum Austausch von Objektdaten gab, so hat es doch einige Zeit gedauert, bis das Format ausgearbeitet war. Erst dann hat sich auch die Schnittstellenentwicklung für die Portale und Softwarehersteller gelohnt. Ganz vorne dabei war hier auf jeden Fall die Flowfact AG, die sehr früh eine Schnittstelle in ihre Software integriert und mit Entwicklern anderer Portale eng zusammengearbeitet hat.

Zur Konzeptions- und Einführungszeit wurde das Format noch unter dem Namen ImmoXML geführt. Leider hat sich dann jemand unbedingt das Markenrecht sichern müssen, so daß Anfang 2003 eine Umbenennung des Trägervereins in OpenImmo erfolgt ist.

Mittlerweile hat sich OpenImmo als Standard durchgesetzt. Jedes größere Portal, auch viele regionale Immobilienportale, unterstützen den Import und teilweise auch Export im Openimmo-Format. Kleine und große Maklersoftware-Hersteller sowieso und auch der Upload von Immobilien aus der Software direkt zur Homepage ist bei einigen Anbietern möglich.

Leider ist die Dokumentation etwas dürftig. Für Entwickler gibt es Beispiel-XML-Dateien und ein XSD zur Validierung. Das wars dann aber auch schon. Außerdem kostet eine Zertifizierung ordentlich Geld, wenn man nicht gerade Mitglied im OpenImmo e.V. ist. Ist man nicht zertifiziert, darf man auch nicht behaupten, eine kompatible Schnittstelle entwickelt zu haben. Das ist wirklich schade, denn so wird es sicher auch keine Open Source Initiativen in diese Richtung geben.

Luftbilder zur Umgebungsvisualisierung bei Immowelt

Immowelt bietet nun neben den Standard-Exposebildern auch noch Luftaufnahmen zur besseren Veranschaulichung der näheren Umgebung an. Dadurch erhalten Interessenten einen besseren Eindruck über z.B. Grün- und Erholungsflächen, größere Straßen oder Bebauungsgrad um das Objekt herum.

Wer einfach nur mal sein Zuhause aus der Luft sehen möchte, kann dies unter www.luftbilder.immowelt.de tun. Nach Eingabe der Adresse, werden entsprechende Luftbilder ausgespuckt. Die Luftaufnahmen werden von der Firma GeoContent geliefert, die u.a. auch den Stadtplandienst versorgen.

Weblogs als Alternative zur klassischen Maklerhomepage?

Nachdem ich bei besser-bloggen.com auf einen interessanten Artikel über einen Immobilienmakler aus den USA gestossen bin, der mit seinem Weblog sehr erfolgreich seinen Objekte vermarktet, frage ich mich, ob ein Blog nicht eine ersthafte Alternative zur klassischen Maklerhomepage darstellt.

Die meisten Maklerhomepages – natürlich gibt es hier auch diverse Ausnahmen – sind alle nach Schema F gebaut. Kurze Vorstellung des Betriebes, Beschreibung der angebotenen Dienstleistungen, evtl. noch Finanzierungsangebote. Und dann natürlich die Immobilienangebote. Diese stammen allerdings meistens aus den Datenbanken der großen Immobilienportale und werden oft per Frame oder iFrame in die Seiten integriert. Da sich die Templates der Portale meistens nicht gut anpassen lassen, sieht die Integration oft nicht sehr schön aus. Eine eigene Lösung entwickeln zu lassen ist sicher nur für Firmen mit sehr vielen oder sehr wenigen Objekten lohnenswert. Entweder braucht man gleich eine Schnittstelle zur eigenen Homepage oder man muss halt jedes Objekt per Hand online einpflegen.

Gäbe es z.B. für gängige Blogsoftware wie WordPress ein Immobilien-Plugin, das Objekte ordentlich in Expose-Form darstellt und gleich bei der Eingabe eine openImmo-Datei an alle großen Portale “pingt”, könnte man sich den Krampf mit der Standard-Homepage sparen. Für kleinere Firmen würde sich das durchaus lohnen. Wenn dazu noch Schnittstellen aus Standard-Software wie Flowfact, Makler2000 oder ImmoStar geschaffen werden würden, wäre die Sache perfekt.
Interessenten könnten sich bei Ihren Immobilienmaklern den RSS-Feed abonnieren und wären damit immer auf dem neusten Stand. Auch Gemeinschaftsgeschäfte oder regionale Verbände wären dadurch einfacher realisierbar.

Hier und da findet man schon Immobilien Blogs. Z.B. das Düsseldorfer Immobilienblog. Ich bin gespannt, wann sich sowas auch in Deutschland häufiger finden läßt.

mobile Immobiliensuche

Immonet und Vodafone bieten nun eine mobile Immobiliensuche per Handy an. Integriert wurde Immonet dabei ins Vodafone Live Portal, welches allerdings nur Vodafone-Kunden zugänglich ist.

Eigentlich eine wirklich nette Idee. Durch neue mobile Endgeräte werden solche Anwendungen immer wichtiger werden. Die Beschränkung auf den Kundenstamm von Vodafone ist allerdings für die Verbreitung nicht gerade förderlich. Schön wäre auch eine mobile Immobiliensuche, die sich nicht nur auf WAP-Handys beschränkt und auch anderen mobilen Geräten (PDAs, Smartphones, etc) mit XHTML-Browsern den Zugang erleichtert.

Mal was anderes – Immobiliensuche über interaktive Karten

Derzeitig stellen alle Immobilienportale ihre Ergebnislisten in ähnlicher Weise dar. In Listenform, sortierbar nach verschiedenen Kriterien, mit den wichtigsten Informationen und meistens noch einem Bild als Vorschau.
mymaps24.de
Einen neuen Weg versucht nun mymaps24.de zu gehen. Auf Basis von Immobilienangeboten von Immobilienscout24 stellt mymaps24.de die Objekte in interaktiven Karten dar. Ein Interessent hat dabei die Möglichkeit sich direkt in die Städte zu zoomen in denen Objekte im Angebot sind, oder die Suchfunktion zu benutzen. Über kleine Häuser-Symbole werden Immobilienangebote gekennzeichnet. Rechts neben der Kartenansicht werden weitere alternative Objekte in der Umgebung gelistet.

Realisiert wurde das Projekt mit dem Kartenmaterial von Google Maps. Die benötigten Geodaten zu den Immobilien werden scheinbar direkt von Immobilienscout24.de bereitgestellt.

Auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein macht, dass Immobilienscout24 hinter diesem Projekt steckt, so unterstreichen die Entwickler in ihrem Blog, dass es sich bei mymaps24.de um ein privates Projekt ausserhalb der Scout-Gruppe handelt.

In Zukunft soll das Angebot noch erweitert werden. So könnten z.B. auch Hotels auf den Karten dargestellt werden. Ein ähnliches Projekt läuft schon länger auf housingmaps.com für den US-Markt. Auch das US-Immobilienportal zillow.com baut die gesamte Immobiliensuche auf interaktive Karten auf. Hier werden allerdings Karten von Navteq verwendet. In der Bedienung sind sie allerdings Google Maps sehr ähnlich. Zoomt man hier allerdings bis auf die höchste Ebene der Satelitenkarte, werden Immobilien gleich entsprechend für den Verkauf mit Preis gekennzeichnet.