Immobilienwirtschaft - Wer mal etwas nachschlagen will

Ich möchte jetzt nicht den Eindruck erwecken ich würde für etwas bestimmtes Werbung machen.

Wer allerdings das Bedürfnis hat, bestimmte Themenbereiche oder Schlagwörter aus der Immobilienbranche nachzulesen, für den hab ich ein meiner Meinung nach interessantes Buch.

buch_immow.jpg

Immobilienwirtschaft - Handbuch für Studium und Praxis heißt das Buch von Prof. Dr. Hanspeter Gondring.

34c - Der Ast auf dem ich sitze

Den soll man ja bekanntlicher Weise nicht absägen. Der Gewerbeschein 34c ist die Lizenz für jedermann sich Makler zu nennen. Da fängt das Problem schon an. Mit jedermann ist auch jeder gemeint. Mutti, Omi und der Spargelbauer braucht nur zum Amt latschen und sich seinen Schein holen.

Willkommen im Reich der Makler. Jetzt schnell die aktuelle Tageszeitung besorgt und gleich ein paar private Anzeigen angerufen und schon habe ich meine ersten Objekte. Schwups die bubs rufen auch gleich ein paar Interessenten an und der erste Besichtigungstermin steht an.

Wirtschaftsplan, Protokolle, Schwammsanierung keine Ahnung was das ist. Der Kunde, fragt auch nicht danach. Sehr gut, die Courtage ist mir sicher. Ich weiß, der Makler hat keine Aufklärungspflicht, wenn Ihm die Details nicht bekannt sind. Darauf kann man sich ja immer berufen.

Die Lobby der Immobilienverbände stand Kopf, als die Rot-Grüne Koalition die Eigenheimzulage streichen wollte. Aber das der 34c immer noch ohne nachweißliche Qualifikation wie Rubbellose verteilt wird, scheint die Lobbyisten nicht sonderlich zu stören.

Wen wundert es da, dass die Branche so in Verruf steht.

Offedia - Da kommt was auf uns zu

so oder so ähnlich hieß kürzlich der topic im Immobilienforum bei Openbc.com. Die versteckte Werbebotschaft, bei der über das Engel & Völkers Franchisekonzept hergezogen wurde, kam wahrscheinlich von einem Makler der sich bereits bei Offedia angeschlossen hat oder dies in naher Zukunft tun will.

Offedia ist ein weiterer Versuch der Fraktion Gemeinschaftsgeschäfte. Es gibt wie auch bei anderen Franchisegebern eine zentrale Datenbank in der die Objekte eingegeben werden. Jeder Makler bei Offedia hat das Recht alle Objekte seinen Kunden anzubieten.

Beim Verkauf eines Objektes, zahlt der Makler der das Objekt verkauft hat, seinem Kollegen der das Objekt akquiriert hat die Hälfte der Provison.

So weit so gut. Doch jetzt will Offedia ja auch noch etwas vom Kuchen abhaben. Die verlangen von jedem der beiden Makler schätzungsweise um die 10 % und wahrscheinlich noch einen monatlichen Fixbetrag.

Ich will ja nicht alles schlecht reden. Solche Ideen sind ja auch im Grunde ganz gut. Gemeinschaftsgeschäfte sind in der heutigen Zeit, da der Markt so übersättigt ist, echt von Vorteil.

Meiner Meinung nach ist das für den einzelnen Makler wieder nur ein weiterer Grund Geld zu verschleudern und alles doppelt und dreifach zu haben. warum?

Angenommen als Makler habe ich bereits einen Vertrag bei z.B. Immonet.de. Den kann ich jetzt erstmal knicken, da meine Objekte jetzt bei Offedia sind und von dort aus in die einzelnen Portale gestellt werden. Ist der Vertrag bei Immonet.de gerade erst abgeschlossen, darf ich erst mal schon weiterblechen.

Dann habe ich natürlich meine eigene Maklesoftware dem netten Herren am Telefon abgekauft. Problem - Offedia arbeitet mit Flowfact und ich muss damit meine Objekte verwalten und einstellen. Also kann ich meine Software gleich in die Schrottpresse geben.

Warum jetzt so viel Geld wieder verbrennen, wenn es bereits Börsen gibt, denen ich mich anschließen kann. Vorteil, bei Immonet.de gibt es Sonderkonditionen für Börsenmitglieder und kein Dritter verdient an mir mit. Mein bestehendes Arbeitssystem kann ich beibehalten.

Immowelt.de und Schlecker.com kooperieren

Wie das Immobilienportal in einer Pressemitteilung bekannt gibt, wird es demnächst auf www.schlecker.com eine einen Immobilienmarktplatz geben.

In einem weiteren Schritt ist geplant, in allen Schleckermärkten eine Anzeigenannahme einzurichten. Hier soll dann der Schlecker Kunde ganz bequem und einfach sein Einfamilienhaus in die Onlinevermarktung bei Immowelt.de abgeben.

Wahrscheinlich steht mir in nächster Zeit bei einem meiner Aldi Einkäufe, ein Makler zwischen Obst und Konservenregal gegenüber und bietet mir einen Mietvertrag an.

Ist das nun der neuste Schrei der Marketingstrategen oder einfach nur die Geilheit auf eine neue Pressemitteilung? Mal ehrlich, wer denkt bei seinem Einkauf nach Shampoo und Zahnpasta daran, seine 3 Zimmer Bude zum Verkauf bei Schlecker aufzugeben?

Immobilienportale bieten Zimmersuche zur WM an

Fast alle großen Immobilienportale (Immonet.de, Immobilienscout24.de, Immowelt.de, ebay.de) bieten seit Anfang diesen Jahres eine neue Suche an.

Ziel dieser Aktion ist es, den Gästen aus dem Ausland eine einfache und schnelle Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten zu ermöglichen. Wer als Privatperson noch ein Zimmer zur WM frei hat, kann seine Anzeige auch bei Ebay.de einstellen.

Preise hier liegen zwischen 1 € für 10 Tage und 2 € für 30 Tage. Fazit: Sicherlich eine gute Initiative, man erhält eine Vielzahl von Informationen rund um die WM.

Allerdings muss man bemängeln, dass es nur die Übersetzung in ein Fremdsprache – Englisch – gibt.

Maklersoftware - Die große Unbekannte

Ist meine Maklersoftware die Richtige? Diese Frage höre ich in letzter Zeit immer häufiger. Wenn man nach den Beweggründen für den Kauf fragt, dann hört man (”Wir dachten…” Der Verkäufer am Telefon hat gesagt, …”) nicht allzu selten.

Rund 10 Anrufe erhält ein Makler duchrschnittlich am Tag die nicht der Kategorie “Interessent” zugeordnet werden können. Die meist seriösen Telefonverkäufer argumentieren dann mit den unübertreffenden Vorteilen Ihrer Produkte.

Sichtlich genervt mal wieder so einen Verkäufer am Telefon zu haben, entscheiden sich dann viele Makler zum schnellen Anschluss um endlich Ihre Ruhe zu haben.

Jedoch stellen Sie dann nach einiger Zeit fest, dass die Maklersoftware die Sie vor einigen Wochen dem netten Herrn am Telefon abgekauft haben, gar nicht Ihren Bedürfnissen entspricht. Damit nicht genug, die Software ist voller Bugs und schmiert auch noch dauernd ab.

Letzten Endes hat die Software viel Geld gekosten, man kann Sie nicht richtig bedienen und hat auch noch seine Zeit vergeudet.

Wer nun ganz pfiffig war, kam auf die Idee sich einen eigene individuelle Software maß zu schneidern. Man rufe irgendeine kleine Softwareschmiede an und schon programmieren die fleißigen Tekkis Ihre Maklersoftware.

Alles schön und gut! Aber was passiert, wenn die kleine Softwarefirma auf einmal Ihren Betrieb dicht macht? Wer passt notwendige Änderungen an? Wer Implementiert die unverzichtbaren Schnittstellen zu den Portalen an?

Diese Problematiken sind leider zur Häufigkeit geworden. Viel Geld wurde dadurch verbrannt. Tipp: Fragen Sie jemanden der sich damit auskennt!

Seniorenwohnheime bei Immobilienportalen

Mir ist aufgefallen, dass es immer mehr Portale gibt die in Ihrer Suche auch den Bereich der Seniorenwohnheime mit aufgenommen haben. Ich frage mich allerdings ob meine 75-Jährige Oma im Stande wäre, sofern Sie überhaupt einen Rechner hätte, im Internet nach Seniorenwohnheimen zu suchen. Ich glaube eher nicht. Es hatt mich damals 2 Tage gekostet, meinem Opa (76) die Funktion und Bedienung der Maus zu erklären.

Oder gilt die Suche eher den Kindern oder sogar Enkelkindern um Oma und Opa oder Mama und Papa schon mal das geeignete Domizil für Ihren Lebensabend herraus zu suchen?

Eines ist jedoch klar. Wenn ich mal alt und tatterig bin, werde mir mein “Hotel Opa” auf Malle schön aus dem Internet suchen. Bleibt die Frage ob es nicht in 40 Jahren eine andere Version des Internets gibt.

Crossmedia - Online goes Print

Was als Konkurrenz zu den Tageszeitung während der New Economy Zeit begann, wird zunehmens als Zugpferd benutzt. Wir schreiben das Jahr 1999. Die New Economy schreitet mit großen Fußstapfen voran. Aus jeder noch so urbanen Idee entspringt ein Unternehmen. Nach dem großen Crash haben es nicht viele Start up´s geschaft sich am Markt zu behaupten. Viele wurden aufgekauft oder ganz einfach platt gemacht.

Durchgesetzt haben sich jedoch die Rubrikenmärkte bekannt aus den Tageszeitungen. Die Renner sind Auto, Stellen und Immobilien. Eher als Eintagsfliege abgestempelt, versäumten es die großen Verlage sich damals gleich mit dem Thema Internet zu befassen. Sie mussten dann bestehende Portale aufkaufen oder sich beteiligen.

Während sich die Nummer 1 am Markt, die Immobilienscout 24 GmbH, standhaft weigert in den Printbereich einzusteigen, ziehen Portale wie Immowelt und Immonet davon.

Bei der Immowelt aus Nürnberg, haben sich inzwischen 3 große Verlage eingekauft. Mit dabei sind der Holtzbrinck Verlag, die WAZ Gruppe sowie der Münchner Zeitungsverlag.

Der Verlag Axel Springer übernahm seinerseits das ebenfalls in Hamburg ansässige Portal Propertygate.com AG und baute es schließlich in Zusammenarbeit mit dem RDM (jetzt IVD) zu Immonet aus.

Warum jetzt Crossmedia? Eines ist klar. Die Onlinevermarktungskosten für die Makler sind im Gegensatz zu den Anzeigenkosten in den Tageszeitungen um ein vielfaches günstiger gewesen. Was passierte? Die Anzeigen in den Tageszeitungen gingen drastisch zurück. Die Verlage hatten enorme Umsatzeinbußen zu beklagen.

Jetzt da einige Ihre eigenen Immobilienportale besitzen oder sich beteiligt haben, versuchen Sie Ihr Printmedium neu zu beleben. Die Strategie von Crossmedia ist sicherlich eine gute und weitere Möglichkeit es geldverdienens.

Für viele Makler einfach und unkompliziert. Die bereits vorhandenen Objekte in der jeweiligen Datenbank, können schnell und einfach als Anzeige im Favorisierten Tagesblatt gebucht werden. Die Preise sind noch günstig und beginnen bereits ab 9 Euro. Für Immobilien in Berlin ist die Berliner Morgenpost das beste Beispiel.

Reizüberflutung - too much Information

Fragt man einen Innenarchitekten über die Anzahl der Möbelstücke in einem Raum, so bekommt man häufig die Antwort - “weniger ist mehr“. Mir ist aufgefallen das viele Immobilienportale besser gesagt die Verantwortlichen dieses Credo nicht beachten. Manchmal habe ich das Gefühl ich bin auch einer reinen Linkseite. Was erwarte ich wenn ich auf ein Immobilienportal gehe? Eine Immobiliensuche! Genau.

Aber was springt mir als erstes ins Auge. Werbung! Versicherung hier - Umzugservice dort, darf es vielleicht noch ein Bausparvertrag sein? Nein, ich will nur nach einer schönen neuen Mietwohnung suchen.

Die reine Immobiliensuche verschwindet und muss sich immer mehr dem Druck der preferred partner beugen. Dies sind zahlende Werbepartner die Dienstleistungen und Produkte an den Mann bringen wollen.

Da halten die Portale natürlich gerne die Hand auf. Frei nach dem Motto: ” Kohle muss her”. Dabei bezahlen doch schon die Immobilienmakler einen nicht gerade geringen Beitrag um Ihre Objekte Online zu präsentieren.

Man darf gespannt sein, wie lange sich das die Makler noch gefallen lassen und ob sich das nicht auf mittlere und langfristige Zeit für die Portale rächt.

Ebay als Immobilienportal - Passt das?

Seit gut 2 Jahren ist auch ebay mit einer eigenen Immobiliensparte auf den Zug der Immobilienportale aufgesprungen. Allerdings muss ich dazu sagen, ich habe das am Anfang eher skeptisch gesehen.

Ebay war für mich immer das Er-/ Versteigerungsportal von Trödel der bei mir auf dem Dachboden liegt und nicht mehr gebraucht wird. Früher habe ich solche Sachen immer zum Sperrmüll gebracht, heute verkaufe ich Sie bei Ebay. Aber passt das auch für Immobilien? Nun die Gesetzgebung ist ganz klar. Grundstückskäufe bedürfen der Notariellen Beurkundung und können daher nicht über das Internet gekauft werden. Aus diesem Grund hat Ebay für die Sparte Immobilien das Format auf eine reine Anzeige geändert.

Es kann als niemand “aus Versehen” eine Immobilie ersteigern. Momentan schwächelt die Angebotszahl der präsentierten Immobilien bei ca. 11000 Stück. Die anderen gr0ßen Immobilienportale mögen sich da noch in Sicherheit wiegen. Doch Ebay ist mittlerweile eine Weltmarke und der Marktplatz im Internet schlechthin.

Sollte Ebay wirklich die Nummer eins der Immobilienportale werden wollen, dann wird Sie auch niemand daran hindern können. Allein was der Marketing Etat bei Ebay betrifft, ist er wahrscheinlich 3 mal so hoch wie der aller anderen Portale zusammen.