Die private Verlosung von Immobilien scheint ein neuer Trend zu sein, von dem man in den letzten Wochen immer mehr hört. Für Immobilien, die auf herkömmlichen Wegen u.U. keine Abnehmer finden, werden Lose zu kleinen Preisen, meist unter 100,- verkauft. Über den neuen Besitzer entscheidet dann die Losziehung, jedoch oft erst dann, wenn die Loseinnahmen dem gewünschten Verkaufspreis der Immobilie entsprechen. Sollten sich nicht genügend Abnehmer finden lassen, wird die Rückzahlung des Kaufpreises versprochen.

Beispiele für Immobilienverlosungen findet man in mehreren europäischen Ländern. Spanien, Großbritannien, Deutschland und, momentan aktuell durch bevorstehende Ziehungen, Österreich. Jedoch ist mir bisher kein Fall untergekommen, wo es zu einem tatsächlichen Besitzerwechsel kam. Denn bei diesen Veranstaltungen handelt es sich um eine Lotterie, bei der die Teilnehmer gegen Zahlung eines Einsatzes die Möglichkeit haben etwas zu gewinnen.

Da das Monopol für die Ausrichtung von Lotterien in vielen Ländern aber beim Staat liegt, gab es, insbesondere bei den bisherigen Versuchen in Deutschland, Probleme mit den Behörden. In Deutschland besagt §284 Abs. 1 des StrafgesetzbuchesWer ohne behördliche Erlaubnis öffentlich ein Glücksspiel veranstaltet oder hält oder die Einrichtungen hierzu bereitstellt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Hier gibt es aber wohl Ausnahmen, die auf Bundeslandebene geregelt sind. Beispielsweise wenn die Verlosung gemeinnützig ist und etwaige Mehrerlöse gespendet werden. Auch das Werben für Glücksspiele im Internet ist mit dem am 1. Januar 2009 in Kraft getretenen Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland untersagt. Die Lotto-Plattform Tipp24 ist daher bereits ins Ausland gezogen.

In Österreich ist diese Art des Glücksspiel laut kürzlich veröffentlichter FAQ des Finanzministeriums erlaubt, solange es nur einmalig und nicht gewerbsmäßig betrieben wird. Und so gibt es in Österreich, neben selbstorganisierten Seiten der Verkäufer, bereits mehrere Internet-Dienste, die eine Plattform für Verlosungen anbieten, jedoch besonders betonen, dass sie nur technischer Dienstleister, nicht aber Veranstalter oder Organisator sind. Nebenkosten wie Notar, Grunderwerbssteuer oder Grundbucheintrag, vor denen Medien u.a. warnen, werden bei einigen Anbietern bereits beim Loskauf mit abgedeckt.

Auch in Deutschland gibt es einen Verlosungsanbieter. Noch werden jedoch keine Gelder eingezogen. Angeblich hat man einen legalen Weg gefunden, der am 1. Februar bekanntgegeben werden soll.