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Besichtigungen organisieren, ohne Zeit zu verlieren

Terminabstimmung frisst mehr Zeit als die Besichtigung selbst. Wie sich der Ablauf straffen lässt, ohne Interessenten zu verlieren.

Redaktion immobilienportale.com 2 Min. Lesezeit

Die Besichtigung dauert zwanzig Minuten. Die Abstimmung davor dauert oft länger — Mails hin und her, Terminvorschläge, Absagen, Nachfassen.

Bei einem Objekt fällt das nicht auf. Bei zehn parallel ist es der Engpass.

Terminvergabe: feste Fenster statt Einzelabstimmung

Der größte Hebel ist, die Aushandlung abzuschaffen. Statt mit jedem Interessenten einen Termin zu suchen, geben Sie zwei bis drei feste Fenster vor und lassen wählen.

Das spart nicht nur Zeit, es filtert auch: Wer keinen der Termine wahrnehmen kann oder will, hätte die Wohnung ohnehin selten genommen.

Technisch genügt ein Buchungslink. Die meisten Maklerlösungen bringen so etwas mit; sonst tut es ein einfacher Terminplaner.

Sammel- oder Einzeltermin

Beides hat seinen Platz, und die Entscheidung hängt am Objekt:

  • Sammelbesichtigung bei hoher Nachfrage und einfachem Objekt. Effizient, aber Sie erfahren wenig über die Einzelnen.
  • Einzeltermine bei erklärungsbedürftigen Objekten, bei Eigentum und immer dann, wenn die Auswahl der Person wichtiger ist als die Geschwindigkeit.

Bewährt hat sich die Kombination: eine Sammelbesichtigung zur Vorauswahl, danach zwei bis drei Einzeltermine. Ein Termin mehr, dafür eine belastbare Entscheidung.

Vorbereitung spart Rückfragen

Was Sie mitbringen sollten:

  • Energieausweis — er muss bei der Besichtigung vorgelegt werden
  • Grundriss zum Mitgeben
  • Nebenkostenaufstellung des Vorjahres
  • Bei Eigentum: Teilungserklärung, Protokolle der Eigentümerversammlung, Hausgeldaufstellung

Wer diese Unterlagen dabei hat, beantwortet in der Besichtigung, was sonst drei Mails später klärt.

Während des Termins

Halten Sie sich kurz und lassen Sie die Leute schauen. Zwei Dinge sind wichtiger als eine Führung:

  • Anwesenheit erfassen. Name und Kontakt, damit Sie später wissen, wer da war.
  • Signale notieren. Wer Fragen zum Mietvertrag stellt oder nach dem Einzugstermin fragt, ist weiter als jemand, der nur durchgeht.

Vermeiden Sie es, in der Sammelbesichtigung über andere Interessenten zu sprechen. Das erzeugt Druck, der sich später gegen Sie wendet — und es ist unnötig.

Nachfassen, aber einmal

Eine Rückmeldung innerhalb von ein bis zwei Tagen gehört dazu, auch an Absagen. Wer monatelang nichts hört, erinnert sich daran.

Für die Zusage gilt: Erst zusagen, wenn Sie sicher sind, und dann schriftlich. Eine mündliche Zusage, die Sie zurücknehmen, kostet mehr als eine späte Entscheidung.

Datenschutz im Ablauf

Zwei Punkte, die im Alltag untergehen:

  • Keine Unterlagen von allen einsammeln. Bonitätsnachweise sind erst sinnvoll, wenn ein konkretes Mietverhältnis in Betracht kommt — nicht von jedem Besichtigungsgast.
  • Daten abgelehnter Interessenten löschen, sobald die Wohnung vergeben ist. Was Sie nicht gespeichert haben, müssen Sie auch nicht auskunftspflichtig herausgeben.

Eine Teilnehmerliste, die herumgereicht wird und auf der alle die Daten der anderen lesen können, ist dabei der häufigste Fehler.

Fazit

Feste Terminfenster, vollständige Unterlagen vor Ort, eine Rückmeldung an alle — damit ist der Ablauf straff, ohne unfreundlich zu werden.

Was Sie sich sparen können, ist das Einsammeln von Unterlagen auf Vorrat. Es kostet Zeit, erzeugt Pflichten und bringt Ihnen nichts, solange die Entscheidung nicht ansteht.