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Wohnung finden in Deutschland

Besichtigung: worauf in zehn Minuten zu achten ist

Sammelbesichtigungen lassen wenig Zeit. Was sich in diesen Minuten prüfen lässt — und was sich danach nicht mehr korrigieren lässt.

Redaktion immobilienportale.com 2 Min. Lesezeit

Eine Sammelbesichtigung dauert selten länger als eine Viertelstunde, und ein Teil davon geht für Smalltalk drauf. In dieser Zeit entscheidet sich, ob Sie einen Mangel bemerken, der Sie Jahre begleitet.

Die gute Nachricht: Die wichtigsten Punkte lassen sich schnell prüfen, wenn man weiß, wo man hinsieht.

Feuchtigkeit: der teuerste Mangel

Schimmel ist das Problem, das am häufigsten zu Streit führt — und am schwersten rückgängig zu machen.

Sehen Sie dorthin, wo niemand hinsieht:

  • Hinter Möbeln an Außenwänden, besonders in Ecken
  • Unter Fensterbänken und an den Laibungen
  • Im Bad hinter der Duschwand und an der Decke
  • Im Keller, wenn ein Abteil dazugehört

Ein auffälliger Geruch nach frischer Farbe in nur einem Raum ist ein Signal: Frisch gestrichen wird gern dort, wo etwas verdeckt werden soll.

Achten Sie auf die Fensterrahmen. Einfachverglasung oder sichtbar alte Dichtungen bedeuten höhere Heizkosten — und in der kalten Jahreszeit Kondenswasser, aus dem Schimmel wird.

Heizung und Warmwasser

Fragen Sie nach Art und Alter der Heizung. Das ist keine Formalie: Die Heizkosten machen den größeren Teil der Nebenkosten aus, und die Art der Anlage bestimmt, wie stark Sie von Energiepreisen abhängen.

Prüfen Sie außerdem:

  • Sind die Thermostate funktionsfähig und nicht festgesetzt?
  • Gibt es eine Zentralheizung oder Einzelgeräte pro Raum?
  • Wie wird das Warmwasser erzeugt — zentral oder über einen Durchlauferhitzer?

Der Energieausweis muss Ihnen bei der Besichtigung vorgelegt werden. Lassen Sie sich die Kennwerte zeigen, auch wenn Sie sie nicht im Detail deuten können: Die Einordnung in die Effizienzklasse genügt für einen ersten Eindruck.

Was Sie nur vor Ort erfahren

Manches steht in keinem Inserat:

  • Lärm. Hauptstraße, Bahnlinie, Gastronomie im Haus, Kita im Hof. Besichtigungen finden gern vormittags statt, wenn es ruhig ist.
  • Lichtverhältnisse. Nordseite und gegenüberliegende Bebauung sieht man auf Fotos nicht.
  • Mobilfunk. Prüfen Sie den Empfang in der Wohnung, nicht im Treppenhaus.
  • Treppenhaus und Keller. Der Zustand der Gemeinschaftsflächen sagt viel über die Verwaltung.
  • Nachbarschaft. Ein Blick auf die Klingelschilder zeigt, wie viele Parteien im Haus wohnen.

Fragen, die sich lohnen

Stellen Sie drei bis vier Fragen, nicht zwanzig. Diese bringen am meisten:

  • Wie hoch waren die Nebenkosten im letzten Jahr tatsächlich? Die Vorauszahlung im Inserat sagt wenig; die Abrechnung sagt alles.
  • Warum zieht der Vormieter aus? Die Antwort ist selten vollständig, aber das Zögern ist informativ.
  • Wann wurde zuletzt renoviert, und was?
  • Ist eine Modernisierung geplant? Das betrifft später die Miete.

Nach der Besichtigung

Machen Sie sich unmittelbar danach Notizen — nach drei Wohnungen verschwimmen die Eindrücke.

Und wenn es ernst wird: Lassen Sie sich den Mietvertragsentwurf vorab geben, nicht erst beim Unterschriftstermin. Wer Ihnen das verweigert, hat dafür selten einen guten Grund.

Fazit

In zehn Minuten lässt sich mehr prüfen, als die meisten nutzen — wenn man die Reihenfolge kennt: erst Feuchtigkeit, dann Fenster und Heizung, dann das, was nur vor Ort auffällt.

Was Sie nicht nachholen können, ist der erste Eindruck bei Tageslicht. Alles andere lässt sich erfragen.