Immonet
immonet war ab 2003 eines der großen deutschen Immobilienportale und fusionierte 2015 mit immowelt. 2026 ging die Marke vollständig in immowelt auf — immonet.de leitet seitdem dauerhaft dorthin weiter.
Der Eintrag bleibt als Teil der Marktgeschichte erhalten. Die Angaben beschreiben den Stand zum Zeitpunkt der Einstellung. Das Angebot ist 2026 in Immowelt aufgegangen.
Alternativen zu Immonet
Aktive Portale mit vergleichbarem Angebot.
- ImmoScout24ImmoScout24 ist das reichweitenstärkste Immobilienportal Deutschlands, 1998 gegründet und seither Marktführer. Betrieben wird es von der Immobilien Scout GmbH in Berlin, einer Tochter der börsennotierten Scout24 SE.
- kleinanzeigen.deKleinanzeigen.de (früher eBay Kleinanzeigen) ist eine der meistbesuchten Plattformen Deutschlands und gehört zur Adevinta-Gruppe. Im Bereich Immobilien ist sie vor allem für private, lokale Angebote beliebt.
- ohne-maklerohne-makler.net ist ein provisionsfreies Immobilienportal für private Selbstvermarkter, gegründet 2009 (heute OhneMakler GmbH, Reinbek bei Hamburg).
- wohnung-jetzt.dewohnung-jetzt.de ist ein bundesweites Immobilienportal für Miet- und Kaufobjekte, betrieben von der Wohnung-jetzt GmbH. Das Portal ist seit 2003 am Markt und richtet sich vor allem an private Anbieter und kleinere Makler.
Was mit immonet passiert ist
immonet.de ist nicht mehr erreichbar. Wer die Adresse aufruft, landet dauerhaft auf immowelt.de — die Weiterleitung trägt die Kennung #x-sunset-redirect=imn. Dieser Parameter stammt von immowelt selbst und zeigt, dass die Abschaltung geplant war und nicht etwa eine technische Panne ist.
Beide Marken gehörten seit der Fusion von 2015 zusammen und teilten sich Technik und Datenbestand. 2026 wurde die zweite Marke dann ganz aufgegeben: immonet ging vollständig in immowelt auf.
Was das praktisch bedeutet: Die Inserate sind nicht verschwunden, sondern auf immowelt.de zu finden — die beiden Portale griffen ohnehin auf denselben Bestand zu. Gespeicherte Suchen, Merklisten und Zugangsdaten aus einem alten immonet-Konto gelten dort allerdings nicht automatisch weiter.
Herkunft: eine Maklerbörse gibt den Namen
Der Ursprung liegt nicht bei immonet, sondern bei einem Portal mit ganz anderem Namen: 1999 entstand die Propertygate.com AG, die unter propertygate.com internationale Immobilien vermittelte. Im Herbst 2001 übernahm der Axel Springer Verlag die Gesellschaft vollständig.
Den heute bekannten Namen brachte ein zweiter Gesellschafter mit. 2002 stieg der Maklerverband Ring Deutscher Makler (RDM) mit 25,1 Prozent ein und legte seine verbandseigene Immobilienbörse dazu — sie lief bereits unter der Adresse rdm-immonet.de. Im August 2002 firmierte das Unternehmen zur Immonet GmbH um.
Beide Börsen liefen zunächst parallel. Erst im Mai 2003 wurden sie technisch zusammengelegt — das ist der Start von immonet.de als eigenem Portal. Die Marke ist also vier Jahre jünger als das Unternehmen dahinter, und ihr Name kam über den Verbandsanteil ins Haus, nicht aus der Propertygate-Linie.
Vom Joint Venture zum Alleineigentum
Die Konstruktion von 2002 war ein Bündnis zweier ungleicher Partner: ein Verlag mit Reichweite und ein Maklerverband mit dem Zugang zu seinen Mitgliedern. Über den RDM kamen rund 1.000 Immobilienunternehmen an Bord. Eingebracht wurden außerdem die Online-Immobilienteile mehrerer Springer-Zeitungen.
Die Verbandsseite veränderte sich bald: 2005 fusionierten RDM und VDM zum IVD, der damit an die Stelle des RDM als Gesellschafter rückte. Ein Jahr später, 2006, kaufte Axel Springer dem IVD dessen 25,1 Prozent ab und war fortan alleiniger Gesellschafter. Anfang 2007 folgte der Wechsel der Rechtsform zur GmbH & Co. KG.
Wachstum und Zukäufe
In den Jahren danach baute immonet das Angebot über die reine Objektsuche hinaus aus. 2007 kam Wohnfinder dazu, 2010 die Umzugsauktion GmbH mit umzugsauktion.de, umzugspreisvergleich.de und malervergleich.de — also Dienste rund um den Umzug statt rund um das Inserat.
Parallel lief das Partnergeschäft: Kooperationen mit Maklerketten wie RE/MAX und Engel & Völkers, mit Banken und Verbänden, später auch mit Plattformen wie Ebay und Airbnb. 2012 stieg zudem die Madsack Mediengruppe mit 11,3 Prozent ein.
Fusion mit immowelt — und das Ende der Marke
Im Februar 2015 gaben immowelt und immonet ihren Zusammenschluss bekannt; das Bundeskartellamt genehmigte ihn am 20. April 2015. Aus den beiden Wettbewerbern wurde die immowelt Group — mit dem erklärten Ziel, gemeinsam gegen den Marktführer ImmoScout24 anzutreten.
Die Zusammenführung ging schrittweise: Ab Juni 2015 galten einheitliche Preise für beide Portale, im April 2017 wurde die Immonet GmbH zur Immowelt Hamburg GmbH umfirmiert. Der Markenname verschwand damit zuerst aus dem Firmenregister und blieb nur noch auf dem Portal stehen.
Heute liegen die deutschen Portale bei der AVIV Germany GmbH. Mit der vollständigen Integration 2026 endete die Doppelmarkenstrategie nach elf Jahren: Was 1999 als Propertygate begann und über eine Verbandsbörse zu immonet wurde, ist in immowelt aufgegangen.
Daten aus frei verfügbaren Quellen · Stand 10/2026

